Dienstfahrrad statt Dienstwagen: So rechnen sich E-Bikes fürs Pendeln

Du kommst morgens entspannt, an der frischen Luft und ohne Stau ins Büro – und sparst dabei auch noch Steuern. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Genau das macht das Dienstfahrrad-Leasing möglich. Was früher hauptsächlich für Dienstwagen galt, funktioniert heute genauso für E-Bikes. Und das Beste: Nicht nur Mitarbeitende profitieren davon, sondern auch Arbeitgeber.

In diesem Artikel erfährst du, wie sich ein Dienstfahrrad für beide Seiten rechnet, wie das Leasing funktioniert und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Egal, ob du als Angestellter auf der Suche nach einem E-Bike als clevere Mobilitätslösung bist oder als Arbeitgeber überlegst, Dienstrad-Leasing anzubieten – wir geben dir alle wichtigen Infos.

Dienstfahrrad-Leasing: Was ist das und wie funktioniert es?

bike riding, bicycle riding, man, boy, bike, bicycle, transportation, enjoyment, boy, bike, bike, bike, bike, bike, bicycle, bicycle, bicycle, bicycleBeim Dienstfahrrad-Leasing least du ein E-Bike über deinen Arbeitgeber. Das funktioniert ähnlich wie beim Dienstwagen:

Dein Arbeitgeber à schließt einen Leasingvertrag mit einem Anbieter (z. B. JobRad, Lease-a-Bike, Businessbike) ab à und überlässt dir das Rad zur Nutzung.

Der entscheidende Vorteil: Die monatliche Leasingrate wird direkt von deinem Bruttogehalt abgezogen – noch bevor Steuern und Sozialabgaben berechnet werden. Diese sogenannte Gehaltsumwandlung führt dazu, dass sich dein zu versteuerndes Einkommen reduziert. Unterm Strich kannst du dadurch deutlich weniger für das E-Bike zahlen, als wenn du es direkt im Laden kaufen würdest.

Das klassische Leasingmodell im Überblick

  • Laufzeit: Typischerweise 36 Monate (3 Jahre)
  • Gehaltsumwandlung: Die monatliche Rate wird vom Bruttogehalt abgezogen
  • Steuerersparnis: Durch die Gehaltsumwandlung sinkt dein zu versteuerndes Einkommen
  • Nutzung: Du darfst das Rad beruflich UND privat nutzen – nicht nur für den Arbeitsweg
  • Versicherung: Oft ist eine Vollkasko-Versicherung inklusive (Diebstahl, Schäden)
  • Nach der Laufzeit: Du kannst das Rad meist für einen geringen Restwert (ca. 10–20 % des Neupreises) übernehmen

Warum lohnt sich ein Dienstrad für Mitarbeitende?

1. Massive Steuerersparnis: Bis zu 40 % günstiger als Direktkauf

e-Bike unter 1000 EuroDer größte Vorteil liegt in der Steuerersparnis. Weil die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird, reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen. Dadurch zahlst du weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Rechenbeispiel: Du möchtest ein E-Bike für 3.000 € leasen.

  • Direktkauf im Laden: 3.000 € aus deinem Nettogehalt
  • Dienstrad-Leasing über 36 Monate: Monatliche Rate ca. 83 €, abgezogen vom Bruttogehalt
  • Nach Steuern: Du zahlst effektiv nur ca. 50–60 € netto pro Monat (je nach Steuerklasse)
  • Gesamtkosten nach 3 Jahren: ca. 1.800–2.160 € statt 3.000 €
  • Ersparnis: Rund 35–40 % im Vergleich zum Direktkauf

Hinzu kommt: Seit 2020 musst du für die Privatnutzung des Dienstfahrrads nur noch 0,25 % des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerten Vorteil versteuern (vorher 1 %). Bei einem 3.000-€-E-Bike sind das nur 7,50 € monatlich – ein kleiner Betrag, der die Ersparnis kaum schmälert.

2. Vollkasko-Versicherung oft inklusive

Die meisten Dienstrad-Anbieter schließen eine Vollkasko-Versicherung ein, die Diebstahl, Vandalismus und Unfallschäden abdeckt. Das ist ein echter Vorteil: Eine gute E-Bike-Versicherung kostet im privaten Rahmen schnell 100–200 € pro Jahr. Beim Dienstrad ist das oft schon in der Leasingrate enthalten.

3. Flexibilität: Berufliche UND private Nutzung

Anders als beim Dienstwagen gibt es beim Dienstrad keine lästigen Fahrtenbücher. Du darfst das E-Bike jederzeit privat nutzen – für Einkäufe, Wochenendtouren, Urlaub. Die einzige „Pflicht“ ist die geringe Versteuerung des geldwerten Vorteils.

4. Keine hohe Anfangsinvestition

Statt auf einen Schlag 2.000–4.000 € für ein gutes E-Bike auszugeben, verteilst du die Kosten auf 36 Monate – und das zu deutlich günstigeren Konditionen als bei einem normalen Ratenkredit.

5. Upgrade nach 3 Jahren

Nach der Leasinglaufzeit kannst du das Rad für einen kleinen Restbetrag übernehmen – oder dir einfach ein neues, aktuelles Modell leasen. So fährst du immer ein modernes E-Bike mit aktueller Technik.

Warum lohnt sich Dienstrad-Leasing für Arbeitgeber?

Viele Unternehmen sehen Dienstrad-Leasing zunächst als „nettes Extra“ für Mitarbeitende. Doch es rechnet sich auch für die Arbeitgeberseite – und zwar aus mehreren Gründen.

1. Attraktiver Benefit ohne hohe Kosten

Dienstrad-Leasing ist ein moderner, begehrter Benefit. In Zeiten des Fachkräftemangels kann ein solches Angebot den Unterschied machen, ob sich ein Kandidat für dein Unternehmen entscheidet oder nicht. Das Beste: Es kostet dich als Arbeitgeber kaum etwas.

Bei vielen Anbietern läuft das Leasing als Gehaltsumwandlung – du als Arbeitgeber hast keine direkten Kosten. Die monatliche Leasingrate wird vom Bruttogehalt der Mitarbeitenden abgezogen und direkt an den Leasinggeber überwiesen. Du fungierst quasi nur als Vermittler.

2. Geringere Lohnnebenkosten

Da die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird, sinkt die Bemessungsgrundlage für Sozialabgaben. Das bedeutet: Auch du als Arbeitgeber zahlst etwas weniger Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. Je nach Gehaltshöhe können das pro Mitarbeitenden einige Euro pro Monat sein – summiert über viele Angestellte macht das einen Unterschied.

3. Steuerliche Vorteile (bei Arbeitgeberzuschuss)

Entscheidest du dich, einen Teil der Leasingrate zu übernehmen (z. B. 10–20 € pro Monat als Zuschuss), kannst du diesen Betrag als Betriebsausgabe absetzen. Gleichzeitig stärkst du die Bindung deiner Mitarbeitenden ans Unternehmen.

4. Gesündere, motiviertere Mitarbeitende

Mitarbeitende, die mit dem E-Bike zur Arbeit kommen, sind nachweislich fitter und haben weniger Krankheitstage. Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung an der frischen Luft das Wohlbefinden steigert und Stress reduziert. Das führt zu weniger Ausfällen und höherer Produktivität.

5. Nachhaltigkeitsimage stärken

Immer mehr Unternehmen legen Wert auf Nachhaltigkeit und CO₂-Reduktion. Mit einem Dienstrad-Programm zeigst du, dass dir Umweltschutz wichtig ist – ein Pluspunkt für dein Unternehmensimage und bei der Gewinnung umweltbewusster Talente.

6. Einfache Administration

Die Abwicklung ist unkompliziert. Die meisten Leasinganbieter kümmern sich um Vertragserstellung, Versicherung und Wartung. Du als Arbeitgeber musst nur die monatliche Leasingrate vom Gehalt abziehen und überweisen – der Rest läuft automatisch.

Kostenvergleich: Auto vs. E-Bike für Pendler

Schauen wir uns an, wie sich die Kosten zwischen Auto und E-Bike über ein Jahr verteilen – eine realistische Kalkulation für einen Pendler mit 15 km Arbeitsweg (einfache Strecke).

Kostenposten Auto (Kleinwagen) E-Bike (geleast)
Leasing ≈ 200 €/Monat ≈ 50–60 € netto/Monat
Kraftstoff/Strom ≈ 150 €/Monat (bei 7 L/100km, 1,70 €/L) ≈ 1,50 €/Monat Strom
Versicherung ≈ 70 €/Monat (Haftpflicht + Teilkasko) Im Leasing enthalten
Wartung/Reparatur ≈ 50 €/Monat (Inspektion, Reifen, Reparaturen) ≈ 20 €/Monat (Verschleißteile)
Steuern ≈ 10 €/Monat Entfällt
Parkgebühren ≈ 30 €/Monat (Stadtparkhaus) Entfällt
Gesamt pro Jahr ≈ 6.120 € ≈ 720–960 €

Ersparnis pro Jahr: ca. 5.000–5.500 €

Das ist eine beeindruckende Summe – und berücksichtigt noch nicht die positiven Gesundheitseffekte, die eingesparte Zeit im Stau oder den reduzierten Stress.

Welches E-Bike passt zum Pendeln?

Nicht jedes E-Bike eignet sich gleich gut für den Arbeitsweg. Je nach Strecke, Wetter und persönlichen Vorlieben kommen unterschiedliche Typen infrage.

  • City-E-Bike: Ideal für kurze Strecken (5–15 km)
    Vorteile: Aufrechte Sitzposition, komfortabel, meist mit Schutzblechen und Gepäckträger, leichter Einstieg
    Geeignet für: Flache Strecken, Stadtverkehr, entspanntes Fahren
    Preisspanne: 1.500–3.000 €
  • Trekking-E-Bike: Der Allrounder (10–30 km)
    Vorteile: Sportlichere Sitzposition, größere Akkus, robuste Ausstattung, für längere Distanzen
    Geeignet für: Längere Pendelstrecken, gemischtes Terrain (Stadt + Land), Wochenendtouren
    Preisspanne: 2.000–4.000 €
  • E-Mountainbike: Für sportliche Offroad-Pendler
    Vorteile: Breite Reifen, Federung, kraftvolle Motoren, geländetauglich
    Geeignet für: Schotterwege, Waldstrecken, sportliches Fahren
    Nachteile: Schwerer, höherer Rollwiderstand auf Asphalt
    Preisspanne: 2.500–5.000 €+
  • Kompakt-/Falt-E-Bike: Für Multimodalität
    Vorteile: Zusammenklappbar, leicht zu transportieren, passt in ÖPNV und Kofferraum
    Geeignet für: Kurze Strecken, Kombination mit Bahn/Bus, platzsparende Lagerung
    Nachteile: Kleinere Räder, weniger Komfort auf langen Strecken
    Preisspanne: 1.200–2.500 €

Mehr zu den verschiedenen E-Bike-Typen und deren Einsatzgebieten findest du in unserem E-Book: E-Bike kaufen ohne Fehlgriff.

Praktische Tipps für den Einstieg ins Dienstrad-Leasing

Für Mitarbeitende

  1. Prüfe, ob dein Arbeitgeber Dienstrad-Leasing anbietet
    Frage in der Personalabteilung nach, ob bereits ein Anbieter vorhanden ist. Falls nicht, kannst du als Impulsgeber fungieren und das Thema anstoßen.
  2. Wähle das richtige E-Bike für deinen Bedarf
    Überlege dir genau, wie lang dein Arbeitsweg ist, welches Terrain du fährst und ob du das Rad auch privat für Touren nutzen willst. Mache Probefahrten mit verschiedenen Modellen – die meisten Händler bieten das an.
  3. Achte auf die Gesamtkosten
    Vergleiche verschiedene Anbieter und Modelle. Manchmal lohnt es sich, ein etwas günstigeres Modell zu wählen, das immer noch alle wichtigen Features bietet, statt das teuerste Bike zu leasen.
  4. Prüfe die Versicherungsbedingungen
    Ist eine Vollkasko-Versicherung dabei? Was ist abgedeckt (Diebstahl, Vandalismus, Unfälle)? Gibt es eine Selbstbeteiligung?
  5. Kläre die Übernahme nach Leasingende
    Zu welchem Restwert kannst du das Rad nach 3 Jahren übernehmen? Ist das für dich interessant oder möchtest du lieber ein neues Modell leasen?

Mehr Tipps zur Auswahl des richtigen E-Bikes findest du in unserem umfassenden Kaufratgeber E-Bikes.

Für Arbeitgeber

  1. Wähle einen seriösen Leasinganbieter
    Etablierte Anbieter wie JobRad, Lease-a-Bike, Businessbike oder regionale Händler wie Mount7 bieten nicht nur E-Bikes, sondern auch Rundum-Service, Versicherung und einfache Administration. Mount7 beispielsweise ist spezialisiert auf Premium-E-Bikes und bietet zusätzlich Wartungsservice und Beratung – ideal, wenn du deinen Mitarbeitenden hochwertige Modelle zur Verfügung stellen möchtest.
  2. Kommuniziere das Angebot aktiv
    Viele Mitarbeitende wissen gar nicht, dass Dienstrad-Leasing möglich ist. Informiere dein Team über die Vorteile und den Ablauf – am besten mit einer Info-Veranstaltung oder einem Flyer.
  3. Setze klare Richtlinien
    Definiere, welche E-Bike-Kategorien und Preisklassen du anbieten möchtest. Das erleichtert die Verwaltung und vermeidet Missverständnisse.
  4. Biete einen Arbeitgeberzuschuss (optional)
    Ein kleiner Zuschuss von 10–30 € pro Monat ist ein starkes Signal an deine Mitarbeitenden und kostet dich wenig, bringt aber viel Wertschätzung.
  5. Werbe mit dem Benefit
    Nutze das Dienstrad-Programm aktiv in Stellenanzeigen und im Employer Branding. Das macht dein Unternehmen attraktiver für Bewerber.

Häufige Fragen zum Dienstfahrrad-Leasing

  1. Was passiert, wenn ich während der Laufzeit das Unternehmen wechsle?
    Das hängt vom Leasingvertrag ab. Oft kannst du das Rad privat übernehmen und die Restrate direkt an den Leasinggeber zahlen. Manche Anbieter ermöglichen auch die Mitnahme des Vertrags zum neuen Arbeitgeber, falls dieser denselben Anbieter nutzt.
  2. Kann ich jedes E-Bike leasen oder nur bestimmte Modelle?
    Die meisten Anbieter haben Partnerhändler, bei denen du aus dem gesamten Sortiment wählen kannst. Es gibt meist keine Einschränkungen bei Marke oder Modell – solange der Preis im Rahmen bleibt.
  3. Muss ich das E-Bike nach 3 Jahren zurückgeben?
    Nein, du kannst es für einen geringen Restwert (meist 10–20 % des Neupreises) übernehmen. Viele entscheiden sich aber für ein neues Leasing, um wieder ein aktuelles Modell zu fahren.
  4. Was ist mit Wartung und Reparaturen?
    Das kommt auf den Anbieter an. Manche Leasingverträge beinhalten einen Wartungsservice (z. B. Inspektionen), andere nicht. Verschleißteile wie Reifen oder Bremsbeläge musst du meist selbst bezahlen. Kläre das vorher mit deinem Anbieter.
  5. Lohnt sich Dienstrad-Leasing auch bei geringem Gehalt?
    Grundsätzlich ja – aber es gibt eine Grenze. Die monatliche Leasingrate darf nicht dazu führen, dass dein Gehalt unter den Mindestlohn fällt. Bei niedrigeren Gehältern ist die Steuerersparnis zudem geringer. Hier lohnt sich ein genaues Durchrechnen.
  6. Kann ich als Selbstständiger auch ein Dienstrad leasen?
    Ja! Selbstständige können E-Bikes als Betriebsausgabe leasen und steuerlich absetzen. Die Abwicklung läuft etwas anders als bei Angestellten, funktioniert aber ähnlich vorteilhaft.
  7. Was kostet ein gutes E-Bike fürs Pendeln?
    Für ein solides Alltags-E-Bike solltest du 2.000–3.500 € einplanen. Günstigere Modelle gibt es ab 1.500 €, Premium-Bikes kosten 4.000 € und mehr. Mehr dazu in unserem Artikel Wie viel sollte ein gutes E-Bike kosten?

Dienstrad-Leasing lohnt sich für beide Seiten

Ob du als Mitarbeitender günstiger an ein hochwertiges E-Bike kommen willst oder als Arbeitgeber einen modernen Benefit anbieten möchtest – Dienstrad-Leasing ist ein Win-win. Die Steuerersparnis von bis zu 40 % macht selbst Premium-E-Bikes erschwinglich, und die Vorteile reichen von besserer Gesundheit über Zeitersparnis bis hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Für Arbeitgeber ist es ein attraktiver Benefit mit minimalen Kosten und positiven Effekten auf Mitarbeiterzufriedenheit, Gesundheit und Unternehmensimage. Die Administration ist unkompliziert, und die Anbieter übernehmen den Großteil der Arbeit.

Also: Warum nicht mal das Auto stehen lassen und mit elektrischem Rückenwind ins Büro fahren? Probier es aus – vielleicht wird der Arbeitsweg schon bald zum Highlight deines Tages!

 

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